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Justine Otto bewegt sich in ihren Arbeiten zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Körper, Geste und malerischer Auflösung. Arme und Beine überlagern sich, Figuren vervielfachen sich, Bewegungen geraten in Schwingung. Aus einzelnen Gesten entstehen Rhythmus, Muster und Verdichtung.
Ottos Malerei interessiert sich für den Moment, in dem der Körper nicht mehr eindeutig lesbar ist, sondern Teil einer größeren Struktur wird. Sport, Choreografie und soziale Dynamik fließen ineinander; individuelle Bewegungen kippen in kollektive Formationen. So entstehen Bildräume, in denen Kontrolle und Entgrenzung, Nähe und Distanz, Einzelnes und Gruppe miteinander verhandelt werden. |
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Jonathan Messe (geb. 1970) gehört mit seiner provokanten Kunst zu den bekanntesten Gegenwartskünstlern Deutschlands. Sein vielfältiges Oeuvre umfasst u.a. Malerei, Collagen, Installationen, Videokunst und Performances sowie Theaterarbeiten. Durch seine impulsiven, anarchischen und expressiven, oft aber auch trivialen und anstößigen Ausdrucksmittel, will er ganz bewusst polarisieren und revolutionieren. So ruft er auch in Interviews und Manifesten zur »Diktatur der Kunst« auf. Darunter versteht er die liebevollste Herrschaft der Sache und nicht das Machtgehabe des Künstlers oder die Machtfantasien von Selbstverwirklichern. Für ihn stellt also die Kunst selbst die Machtfrage - nicht der Künstler.
Hauptthemen seiner Werke sind die deutsche Mythologie und der »deutsche Wahn«, wobei er auch - nicht immer distanzlos - auf die NS-Zeit verweist. In ihnen setzt er sich mit Persönlichkeiten der Weltgeschichte, mit Ur-Mythen und Heldenepen auseinander. Zudem bringt er häufig die eigene Person in Form von Porträts oder Verkleidungen mit ein, mittels derer er nicht die eigene Identität aufzuspüren will, sondern das Maskenhafte und Oberflächliche. |
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Gert und Uwe Tobias (geb. 1973) lebten bis zu Ihrem zwölften Lebensjahr in Siebenbürgen und gehören zu den bekanntesten Druckgrafikern ihrer Generation. In der Vergangenheit hat das Künstlerduo nicht nur die Technik des Holzschnittes aktualisiert, sondern darüber hinaus ein facettenreiches und vielschichtiges Werk geschaffen, das neben den Holzschnitten auch Collagen, Zeichnungen, Skulpturen, Wandmalereien sowie Installationen umfasst. Die von Gert und Uwe Tobias in gemeinsamer geschaffenen Werke entstehen im Spannungsfeld zwischen kulturellem Gedächtnis und individueller Fantasie. So speisen sich ihre Werke aus Bildern unterschiedlicher Quellen und Genres: von kunsthistorischen Motiven über popkulturelle Elemente bis hin zu Motiven der siebenbürgischen Folklore. Auf der Grundlage verschiedenster stilistischer Inspirationsquellen haben sie so über die letzten zwei Jahrzehnte mit großem Erfindergeist ihren eigenen individuellen Kunstkosmos entwickelt. Waren in ihren frühen Werken zunächst folkloristische Motive und Szenerien der Ausgangspunkt, auf deren Grundlage sie Neues entwickelten, haben sie seit einigen Jahren ihr inhaltliches Spektrum auf die Kunstgeschichte früherer Epochen erweitert. |
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